Wer Verschwendung als allgemeines Problem behandelt, kommt nicht weit. Sie verteilt sich nicht gleichmäßig über den Haushalt, sondern sammelt sich an vier oder fünf Stellen. Jede hat eine andere Ursache und eine andere Lösung.
1. Reste vom Vorabend
Die größte Einzelkategorie in den meisten Haushalten. Nicht, weil sie schlecht schmecken, sondern weil am dritten Tag niemand mehr weiß, von welchem Abend die Dose stammt.
Die Lösung ist ein Datum, kein guter Vorsatz. Kochdatum drauf, während die Dose noch in der Hand ist, plus eine feste Zone im Kühlschrank, damit Reste nicht mit dem Rest konkurrieren.
2. Angebrochene Gläser und Saucen
Für ein Rezept gekauft, einmal benutzt, danach im Wettbewerb mit fünfzehn ähnlichen Gläsern. Einem angebrochenen Glas sieht man nicht an, seit wann es offen ist.
Die Lösung ist Platzierung. Alles Angebrochene gehört auf Augenhöhe nach vorn. Das ist eine Ordnungsentscheidung, keine Informationsentscheidung.
3. Optimistisch gekauftes Frischgemüse
Der Beutel Spinat für die Woche, in der du dreimal auswärts isst. Gekauft für ein Leben, das du gern hättest, nicht für das, das du führst.
Die Lösung ist ehrlicheres Planen. Drei Abendessen statt sieben, und der Rest aus dem, was da ist.
4. Doppelkäufe
Das dritte Glas Paprikapulver, die zweite Flasche Öl. Reines Informationsproblem: Du weißt es nicht, während du im Laden stehst.
Die Lösung ist eine Liste, die du dort öffnen kannst. Nichts anderes hilft, weil das Gedächtnis genau in diesem Moment versagt.
5. Die hintere Reihe
In jedem Schrank und jedem Kühlschrank gibt es eine Zone, die der Blick überspringt. Was dort steht, existiert praktisch nicht.
Die Lösung ist beides. Nach vorn rotieren, was zuerst weg muss, und für den Rest eine Liste führen, die auch das kennt, was du nicht siehst.
Was auffällt, wenn man sie nebeneinanderlegt
Drei der fünf sind Sichtbarkeitsprobleme, nicht Charakterfragen. Deshalb bringen Appelle wenig und ein Blick in die eigene Küche viel.




